Die Hyperthermie ist ein integratives Therapieverfahren, das mittels kontrollierter Tiefenwärme körpereigene Heilungsprozesse aktiviert. Das Einsatzspektrum in der Ordination DDr. Heinrich umfasst die Schmerzlinderung im Bewegungsapparat, die komplementäre Unterstützung konventioneller Krebsbehandlungen, die Therapie chronischer Erkrankungen, Post-Vac und Long Covid sowie die Förderung der Entgiftung.
Das Prinzip der Hyperthermie basiert auf einem biologischen Vorbild: Bei Infektionen reagiert der Organismus mit Fieber, um die Immunabwehr zu stimulieren. Die Hyperthermie ahmt diesen natürlichen Schutzmechanismus des Körpers unter kontrollierten Bedingungen nach und macht ihn therapeutisch nutzbar.
Anwendungsgebiete der Hyperthermie
Gelenks- und Rückenschmerzen: Behandlung von Schmerzen und Entzündungen bei Arthrose, Arthritis und chronischem Rheuma sowie von Muskelverspannungen.
Krebs: Hyperthermie regt das Immunsystem an, schwächt Krebszellen und ergänzt die herkömmlichen Standardtherapien.
Autoimmunerkrankungen, chronische Erkrankungen: Therapie von Fibromyalgie, ME/CFS, Erkrankungen wie Morbus Cron und Morbus Bechterew sowie chronischen Infektionen.
Post-Vac und Long Covid: Die Ganzkörper-Hyperthermie regt durch gezielte Wärme die Durchblutung an, hemmt Entzündungen und verbessert die zelluläre Reparatur.
Entgiftung (Detoxing): Die Erhöhung der Körperkerntemperatur regt die Mikrodurchblutung an, Umweltgifte, Schwermetalle und Abfallprodukte werden effektiver abtransportiert.
Arten der Hyperthermiebehandlung
Abhängig vom Krankheitsbild und dem Zustand des/der Patienten/in wird entweder die Körperkerntemperatur des gesamten Körpers unter kontrollierten Bedingungen angehoben oder es werden gezielt bestimmte Regionen – wie Gelenke oder Muskelareale – erwärmt. Die im konkreten Fall empfohlene Vorgehensweise wird im Rahmen einer ärztlichen Konsultation ermittelt.
Ganzkörper-Hyperthermie (GHT)
Die Ganzkörper-Hyperthermie (GHT) ist die Erwärmung des gesamten Körpers mit wassergefilterter Infrarot-A-Strahlung. Sie verbessert die Durchblutung, kann Krebszellen schädigen und das Immunsystem stimulieren. Dadurch eignet sich die GHT für die Therapie verschiedener systemischer Erkrankungen.
Bei der GHT dauert die gesamte Behandlung inklusive Vor- und Nachbereitung rund 3 Stunden. In der Aufwärmphase, die etwa 15 bis 30 Minuten dauert, wird der Körper auf die therapeutische Temperatur gebracht. In der Plateauphase wird die Zieltemperatur über einen Zeitraum von etwa 60 Minuten konstant gehalten. Danach folgt die Abkühlungsphase, in welcher der Körper wieder seine normale Körpertemperatur erreicht. Nach einer Ruhepause kann der/die Patient/in dann die Praxis verlassen.
Lokoregionale Hyperthermie (LRHT)
Unter der lokalen Hyperthermie (LRHT) versteht man die gezielte Erwärmung einer oder mehrerer spezifischer Körperregionen (z.B. eines Gelenks, des Rückens, eines Muskelbereichs oder eines Tumors). Die Überwärmung der Zielregion erfolgt mittels Infrarot-A-Strahlen.
Eine Sitzung der lokalen Hyperthermie dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten. Da die Wärme gezielt auf das Behandlungsareal begrenzt bleibt, ist keine spezifische Vor- oder Nachbereitung erforderlich. Es können auch mehrere Regionen, wie Kniegelenk und Rücken, innerhalb einer Sitzung therapiert werden. Die Erwärmung erfolgt in diesem Fall manchmal hintereinander.
Behandlungsablauf der Hyperthermie
In Abstimmung mit dem behandelnden Arzt wird ein individueller Behandlungsplan erstellt. Bei der Ganzkörper-Hyperthermie (GHT) sind ein bis fünf Sitzungen pro Monat sinnvoll, die lokale Hyperthermie (LRHT) kann auch mehrmals pro Woche durchgeführt werden.
Häufig gestellte Fragen zu Hyperthermie
Wie unterscheidet sich Hyperthermie von Fieber?
Hyperthermie bedeutet übersetzt „Überwärmung“. Im Gegensatz zu natürlichem Fieber, bei dem das Gehirn die Temperatur als Reaktion auf eine Infektion von innen heraus hochregelt, wird bei der Hyperthermie die Wärme kontrolliert von außen zugeführt. Mithilfe moderner Medizintechnik wird Ihr Körper oder eine bestimmte Region schonend auf eine therapeutisch wirksame Zieltemperatur erwärmt.
Wie läuft eine Behandlung mit der Hyperthermie konkret ab?
Das hängt davon ab, ob Sie eine Ganzkörper- oder eine Lokaltherapie erhalten. Bei der Ganzkörper-Hyperthermie liegen Sie entspannt auf einer speziellen Liege und werden von einer Isolationsfolie oder einem Zelt umgeben, während wassergefiltertes Infrarotlicht Ihren Körper langsam erwärmt. Bei der lokalen Hyperthermie erfolgt die Erwärmung der betroffene Körperregion, z.B. eines Gelenks, um die Wärme dort zu konzentrieren.
Wie fühlt sich eine Hyperthermiebehandlung an?
Die Wärme fühlt sich in der Regel tiefenwirksam, wohltuend und muskelentspannend an. Da bei der Ganzkörper-Hyperthermie jedoch ein moderates Fieber simuliert wird, kommt der Körper intensiv ins Schwitzen. Das kann sich ähnlich anstrengend anfühlen wie ein intensives sportliches Training oder ein Tag mit leichtem Infekt.
Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für die Hyperthermie?
Die Hyperthermie gilt in der Regel als Methode der integrativen und komplementären Medizin. Private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen erstatten die Kosten je nach individuellem Versicherungsvertrag oft ganz oder teilweise. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Behandlung meist nur in medizinisch begründeten Einzelfällen auf vorherigen Antrag. Es ist ratsam, dies vor Therapiebeginn direkt mit der gesetzlichen Krankenkasse und bei Vorliegen einer Krankenzusatzversicherung Ihrer Privatversicherung zu klären.
Wie lange dauert eine Sitzung und wie oft muss ich kommen?
Eine Sitzung dauert je nach Methode und individuellem Therapieplan zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden, da das Aufwärmen und die anschließende Ruhephase Zeit benötigen. Für einen nachhaltigen therapeutischen Erfolg wird die Hyperthermie meist als Kur angewendet. Typisch sind 5 bis 10 Behandlungen, die über mehrere Wochen im Abstand von einigen Tagen durchgeführt werden.
Brauche ich nach der Behandlung eine Auszeit oder Begleitung?
Da die Ganzkörper-Hyperthermie den Kreislauf fordert, sollten Sie sich für den Rest des Tages keine anstrengenden Aktivitäten mehr vornehmen und sich viel Ruhe gönnen. Für den Heimweg ist es ideal, sich abholen zu lassen oder ein Taxi zu nutzen, da die Konzentrationsfähigkeit durch die Entspannung und Erschöpfung vorübergehend leicht eingeschränkt sein kann.
Welche Vorbereitungen sind für die Hyperthermie nötig?
Sie sollten am Tag der Behandlung sowie am Vortag sehr viel trinken (idealerweise stilles Wasser oder Kräutertees), um den Flüssigkeitshaushalt für das intensive Schwitzen aufzufüllen. Essen Sie vor der Therapie nur eine leichte Mahlzeit. Bringen Sie zum Termin bequeme Wechselkleidung aus Naturfaser und ein Handtuch mit, da Sie während der Sitzung stark schwitzen werden.