Hyperthermie bei chronischen Erkrankungen

Als integrativer Therapieansatz bietet die Hyperthermie neue Behandlungsmöglichkeiten bei systemischen, chronischen und autoimmunen Erkrankungen. Die kontrollierte Erwärmung trägt dazu bei, Entzündungen einzudämmen, das Immunsystem zu modulieren und die Entgiftung zu unterstützen. Damit ist Hyperthermie ein wesentlicher Baustein in der Behandlung komplexer Krankheitsbilder wie Fibromyalgie, ME/CFS, Morbus Crohn, Morbus Bechterew und chronischen Infekten.

Hyperthermie bei systemischen Erkrankungen

Die Ganzkörper-Hyperthermie simuliert durch gezielte Überwärmung mittels wassergefilterter Infrarot-A-Strahlung ein moderates künstliches Fieber. Dies aktiviert Hitzeschockproteine, welche beschädigte Zellstrukturen reparieren und die Abwehr stimulieren. Zudem erweitert die Wärme die Blutgefäße, was die Sauerstoffversorgung im Muskel- und Nervengewebe optimiert. Abhängig vom konkreten Krankheitsbild kann eine Kombination mit Infusionsbehandlungen, Stammzellentherapie oder hyperbarer Sauerstofftherapie in Betracht kommen.

Hyperthermie bei Autoimmunerkrankungen

Ganzkörper-Hyperthermie wirkt bei Autoimmunkrankheiten wie rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn und Morbus Bechterew vor allem entzündungshemmend und immunmodulierend. Anstatt das Immunsystem wie herkömmliche Immunsuppressiva zu dämpfen oder zu unterdrücken, hilft die kontrollierte Wärme dem fehlregulierten Körper, das Immunsystem neu zu balancieren.

Milde bis moderate Hitze senkt die Aktivität von entzündungsfördernden Botenstoffen und schmerzvermittelnden Proteinen und wirkt dadurch entzündungshemmend. Die Überwärmung stimuliert körpereigene Schutzmechanismen, um überschießende Immunreaktionen (die bei Autoimmunerkrankungen vorliegende Autoaggression) zu dämpfen und das System wieder zu normalisieren. Die verbesserte Durchblutung entspannt die Muskulatur und kann zur Linderung chronischer Schmerzen, wie sie oft bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen auftreten, beitragen.

Hyperthermie bei Fibromyalgie und ME/CFS

Das Fibromyalgie-Syndrom ist durch chronische, weit über den Körper verbreitete Muskel- und Gelenkschmerzen sowie eine veränderte Schmerzverarbeitung im Gehirn geprägt. Betroffene leiden oft unter Kraftlosigkeit, bleierner Müdigkeit, Hypersensitivität gegenüber Reizen und Schmerzen.

Die tiefenwirksame Infrarotwärme der Hyperthermie entspannt selbst tiefliegende Muskelschichten. Durch die gesteigerte Durchblutung werden Schmerzbotenstoffe aus dem Gewebe geleitet, Entzündungsprozesse im Körper sollen reduziert werden. Zudem verändert die Wärme die Nervenleitgeschwindigkeit, wodurch chronisch überreizte Schmerzsignale an das Gehirn gedämpft werden können.

Für Betroffene bedeutet das oft eine Linderung von Muskelschmerzen und chronischer Erschöpfung sowie eine verbesserte Schlafqualität.

Durchbrechen chronischer Infektionen

Viele Erreger, wie etwa Borrelien oder reaktivierte Viren, z.B. das Epstein-Barr-Virus, nisten sich bei chronischen Infekten im Gewebe ein und entziehen sich dem Immunsystem. Die Ganzkörper-Hyperthermie setzt hier an zwei Hebeln an:

Einige Viren sind hitzeempfindlich und vermehren sich bei Temperaturen ab 38,5 °C deutlich schlechter oder sterben ab. Dazu gehören Rhinoviren, Influenzaviren und Coronaviren.

Die Wärme mobilisiert Immun- und Killerzellen, die virusinfizierte Zellen gezielt eliminieren. Ab einer Temperatur von 38,5 °C werden zudem Interferone ausgeschüttet, die gesunde Nachbarzellen aktivieren, einen Schutzmechanismus gegen das Eindringen von Viren hochzufahren. Ein träges Immunsystem wird dadurch aktiviert, versteckte Erregerherde zu bekämpfen. Zudem helfen vermehrt gebildete Hitzeschockproteine dabei, virale Eiweiße schneller als „fremd“ zu erkennen.

Häufige Fragen zu Hyperthermie bei chronischen Leiden

Kann man Hyperthermie mit anderen Behandlungen kombinieren?

Ja, das Verfahren ist ein integrativer Baustein und lässt sich mit anderen Therapien kombinieren. Je nach Krankheitsbild kann die Hyperthermie die Wirkung von begleitenden Infusionen, einer hyperbaren Sauerstofftherapie (HBOT) oder zellulären Ansätzen wie einer Stammzellentherapie sogar gezielt verstärken.

Wie viele Behandlungen brauche ich für eine Verbesserung?

Da es sich um komplexe, chronische Krankheitsbilder handelt, reagiert jeder Körper individuell. Oft wird die Hyperthermie in Zyklen über mehrere Wochen durchgeführt. Viele Patienten/innen berichten nach den ersten Sitzungen von einer spürbaren Entlastung der Muskeln, während die langfristige Regeneration und der Gewinn an Lebensqualität schrittweise eintreten.

Muss ich für die Hyperthermie stationär in ein Krankenhaus?

Die Ganzkörper-Hyperthermie wird in der Ordination DDr. Heinrich ambulant durchgeführt. Sie müssen dafür nicht stationär aufgenommen werden, sollten sich aber am Tag der Behandlung danach viel Ruhe gönnen, da die künstliche Erwärmung den Kreislauf aktiviert. Die Behandlung dauert rund 3 bis 4 Stunden, danach können Sie die Praxis verlassen.

Bei welchen Vorerkrankungen ist Hyperthermie nicht möglich?

Bei akuten Infektionen mit hohem Fieber, schweren Herzerkrankungen, frischen Thrombosen oder fortgeschrittener Niereninsuffizienz sollte die Behandlung nicht durchgeführt werden. Vor dem Beginn findet daher immer ein ausführlicher ärztlicher Check statt.

Kommt Hyperthermie bei ME/CFS mit PEM in Betracht?

Bei ME/CFS in Verbindung mit extremer Belastungsintoleranz (PEM) wird die Hyperthermie besonders sanft, kontrolliert und meist im milden Temperaturbereich angewendet, um das Nervensystem nicht zu überlasten. Die Behandlung wird auf Ihre individuelle Belastungsgrenze abgestimmt, und während der gesamten Sitzung werden Ihre Vitalwerte engmaschig überwacht, um eine Überanstrengung zu verhindern.

Hilft Hyperthermie bei tiefen Muskelschmerzen einer Fibromyalgie?

Die Infrarotwärme erreicht selbst tiefliegende Muskelschichten und kann zu deren Entspannung beitragen. Durch die gesteigerte Durchblutung werden Schmerzbotenstoffe aus dem Gewebe abtransportiert, zugleich sinken Entzündungsprozesse im gesamten Körper. Diese Kombination entlastet das Nervensystem und kann Betroffenen zu mehr schmerzfreier Beweglichkeit im Alltag verhelfen.

Können Erreger direkt durch Hyperthermie bekämpft werden?

Das Verfahren setzt bei Erregern wie Borrelien oder reaktivierten Viren an zwei Hebeln an: Bei einer künstlichen Fiebertemperatur sterben hitzeempfindliche Viren ab bzw. vermehren sich deutlich schlechter, während gesunde Zellen vor dem Eindringen der Erreger geschützt werden. Die tiefenwirksame Wärme aktiviert Immunzellen und erleichtert dem Körper die Eliminierung von Erregern.

Diese Seite dient einzig Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Es wird ausdrücklich kein Heilversprechen gegeben.

Letzte Änderung: 24. Juli 2026